Juli 2018:

Saisonbedingter Anstieg

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen

Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2012 bis 2017

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Perspektiven für 2018

Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Quote
Bremer-
haven
in absoluten Zahlen Quote
Land Bremen
Quote Bund
Jul2018
12,7%
7.595
10,0%
5,1%
Jun2018 12,5% 7.450 9,7% 5,0%
Jul2017 13,1% 7.706 10,3% 5,6%

Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, hat die Arbeitslosigkeit im Juli 2018  gegenüber dem Vormonat leicht zugenommen. Die Quote liegt nun bei 9,0%, das sind 0,2 Prozentpunkte über dem Niveau des Vormonats und 0,4 Prozentpunkte unter dem des Vorjahresmonats. Insgesamt waren bei der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven 37.695 Personen arbeitslos gemeldet.

Die Agentur für Arbeit geht von einem baldigen Rückgang der leicht erhöhten Arbeitslosigkeit aus. In der Ferienzeit ist eine höhere Anzahl von Arbeitslosen typisch. Viele junge Menschen hätten sich nach dem Abschluss ihrer Schulausbildung oder nach Ende der Berufsausbildung arbeitslos gemeldet. Die sich anschließende Phase der Sucharbeitslosigkeit sei erfahrungsgemäß nur von geringer Dauer. Außerdem beginnen im Sommer weniger Qualifizierungsmaß-nahmen, wodurch der Arbeitsmarkt weniger entlastet würde.

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremerhaven 102 Personen mehr arbeitslos als im Vormonat und 114 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 43 gesunken, im Vergleich zum Juli 2017 waren es 225 weniger. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Nr. 80/2018 vom 31.07.2018).

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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
Juli 2018
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.608 5.987
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 78,83%
(Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven Nr. 80 vom 31.07.2018).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei etwa 66% (2,325 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,537 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt - Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Nürnberg, Juli 2018 S. 14).

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Durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit 2012 bis 2017

Im Januar des Jahres 2018 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2017 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 13,0% und lag damit um 1,6 Prozentpunkte niedriger als 2016 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 03.01.2018). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2016 zu 2017 um 0,4 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2018 vom 03.01.2018 der Bundesagentur für Arbeit).

Durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit
Jahr Quote Bremerhaven Quote Bund
2012 14,9% 6,8%
2013 14,6% 6,9%
2014 14,7% 6,7%
2015 15,1% 6,4%
2016 14,6% 6,1%
2017 13,0% 5,7%
(Quelle: Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2016, 5/2017, 2/2018 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven und Pressemitteilungen 2/2014, 2/2015, 2/2017, 2/2018 der Bundesagentur für Arbeit (Zentrale)).
 
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Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Nach Ablauf des Geschäftsjahres der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ende September 2017 sprach die Agentur für Arbeit von einer Bilanz mit Licht und Schatten. Die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber und -bewerberinnen entspricht mit 5.955 ungefähr der des Vorjahres (+ 11), es wurden der Agentur aber im ganzen Bezirk 199 weniger Ausbildungsplätze gemeldet. Zum Ende des Geschäftsjahres wurden 392 Personen als unversorgt gezählt, das waren 106 mehr als im Geschäftsjahr 2015/2016. Auf der anderen Seiten blieben 167 Ausbildungsplätze unbesetzt, 24 mehr als in der vorherigen Saison.

In Bremerhaven wurden 1.455 Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gezählt,  was einer Steigerung um 81 Personen entspricht. 47 Personen waren am Ende  des Geschäftsjahres unversorgt,  14 mehr als im Vorjahr. Mit 1.119 gemeldeten Stellen in Bremerhaven war das Angebot an  Ausbildungsplätzen um  74 Stellen geschrumpft. Allerdings konnten für 50 Ausbildungsplätze keine geeigneten Bewerberinnen oder Bewerber gefunden werden, 22 mehr als im Beratungszeitraum 2015/2016.

Als „versorgt“ gelten nicht nur Personen, die eine Berufsausbildung begonnen haben, sondern auch Personen, die an einer Maßnahme teilnehmen, weiter zur Schule gehen oder für sich andere Alternativen gefunden haben und dies der Berufsberatung mitgeteilt haben. Von den 392 unversorgten Bewerbern im gesamten Agenturbezirk hatten 117 einen Hauptschulabschluss, 140 einen Realschulabschluss, 49 die Fachhochschulreife und 56 die Allgemeine Hochschulreife. 40% aller Berufs-Erstwünsche der Ausbildungsplatzbewerber/innen 2016/17 konzentrierten sich auf nur zehn Berufe. Einen Migrationshintergrund hatten 1.127 Ausbildungsplatzbewerber bzw. -bewerberinnen (18,9%).

Die Agentur weist darauf hin, dass ihre Statistik den Ausbildungsmarkt nicht voll widerspiegelt, da der Agentur nicht alle Ausbildungsplätze gemeldet werden. Man geht hier von 75% aus und auch, dass sich etwa 70% der Ausbildungsplatzsuchenden bei der Agentur registrieren lassen. Weiterhin kommt hinzu, dass sich viele Jugendliche aus dem niedersächsischen Umland um einen Ausbildungsplatz im Land Bremen bemühen. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 100 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 02.11.2017).

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Perspektiven für 2018

Für die Region der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven prognostiziert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) einen Anstieg der sozialversicherungs-
pflichtigen Beschäftigung um 1,7%. Dieser Wert müsse nicht zwangsläufig auch in Bremerhaven eintreten, eine positive Entwicklung zeichnet sich aber für die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven ab. Ein wichtiger Schwerpunkt in Bremerhaven sei die Verbesserung der Qualifikation der Arbeitslosen.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende habe es im vergangenen Jahr 2017 insgesamt etwa 3.000 Integrationen in den Arbeitsmarkt gegeben. Die Integrationsquote liege mit 19,8% etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Um den positiven Trend erhalten zu können, sei ein ganzes Bündel von Maßnahmen geplant. Die für 2017 zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel seien zu 100% ausgeschöpft worden. Das Budget für 2018 sei etwas reduziert worden. Im Jahr 2018 stünden für Eingliederungsmaßnahmen insgesamt 15,2 Millionen Euro zur Verfügung. Strategische Herausforderungen im Bereich des SGB II seien die Überwindung des Langleistungsbezugs, die Steigerung der Integrationsquote, Maßnahmen zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit und die Förderung von geflüchteten Menschen. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 13 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 29.01.2018).

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Letztes Update: 15.08.2018

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