November 2017:

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen

Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2013 bis 2016

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Perspektiven für 2017

Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Quote
Bremer-
haven
in absoluten Zahlen Quote
Land Bremen
Quote Bund
Nov2017
12,2%
7.196
9,9%
5,3%
Okt2017 12,4% 7.301 10,0% 5,4%
Nov2016 13,1% 7.686 10,0% 5,7%

Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosigkeit im November 2017 sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr gesunken. Im Vormonatsvergleich waren 613 Personen weniger arbeitslos, im Vorjahresvergleich waren 334 weniger ohne Arbeit. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen beläuft sich auf 36.556. Die Arbeitslosenquote des gesamten Agenturbezirks lag mit 8,9% genau 0,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Oktobers 2017 als auch unter dem des Novembers 2016.

Es ist zu weniger Neuzugängen in die Arbeitslosigkeit und zu mehr Arbeitsaufnahmen aus der Beschäftigungslosigkeit gekommen, Gründe hierfür sind der saisontypische Anstieg der Arbeitskräftenachfrage in der Vorweihnachtszeit und die weiterhin gute Konjunktur, so die Arbeitsagentur. Außerdem gebe es mehr Personen in beruflicher Weiterbildung sowie in Beschäftigung schaffenden Maßnahmen. Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk sei jetzt auf dem niedrigsten Niveau seit Einführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Jahr 2005. Mehr Stellenangebote seien der Behörde aus den Bereichen Logistik, Handel, Gastgewerbe, verarbeitendes Gewerbe und aus der Zeitarbeit (Arbeitnehmerüber-
lassung) gemeldet worden.

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremerhaven 5 Personen mehr arbeitslos als im Vormonat und 490 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 110 gesunken, im Vergleich zum Oktober 2016 waren es 980 weniger. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 30.11.2017).

Im Land Bremen ist die Arbeitslosenzahl von 34.513 Personen der niedrigste Wert seit 25 Jahren (Quelle: Pressemitteilung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit vom 30.11.2017).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im November 2017 die Arbeitslosenquote auf 5,2% (5.277 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt in Zahlen, Arbeitslosigkeit auf Stadt- und Landkreisebene, November 2017).

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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
November 2017
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.485 5.711
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 79,36%
(Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven vom 30.11.2017).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei etwa 67% (2,368 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,596 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland - Monatsbericht November, Nürnberg 2017, S. 16).

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Jahresdurchschnitt 2016

Im Januar des Jahres 2017 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2016 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 14,6% und lag damit um 0,5 Prozentpunkte niedriger als 2015 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 19.01.2017). Im Jahresdurchschnitt 2014 betrug die Arbeitslosenquote in Bremerhaven 14,7%, im Jahr 2013 waren es 14,6% (Quelle: Pressemitteilung 2/2015 vom 07.01.2015 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2015 zu 2016 um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2017 vom 03.01.2017 der Bundesagentur für Arbeit).

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Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Nach Ablauf des Geschäftsjahres der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ende September 2017 sprach die Agentur für Arbeit von einer Bilanz mit Licht und Schatten. Die Zahl der Ausbildungsplatzbewerber und -bewerberinnen entspricht mit 5.955 ungefähr der des Vorjahres (+ 11), es wurden der Agentur aber im ganzen Bezirk 199 weniger Ausbildungsplätze gemeldet. Zum Ende des Geschäftsjahres wurden 392 Personen als unversorgt gezählt, das waren 106 mehr als im Geschäftsjahr 2015/2016. Auf der anderen Seiten blieben 167 Ausbildungsplätze unbesetzt, 24 mehr als in der vorherigen Saison.

In Bremerhaven wurden 1.455 Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gezählt,  was einer Steigerung um 81 Personen entspricht. 47 Personen waren am Ende  des Geschäftsjahres unversorgt,  14 mehr als im Vorjahr. Mit 1.119 gemeldeten Stellen in Bremerhaven war das Angebot an  Ausbildungsplätzen um  74 Stellen geschrumpft. Allerdings konnten für 50 Ausbildungsplätze keine geeigneten Bewerberinnen oder Bewerber gefunden werden, 22 mehr als im Beratungszeitraum 2015/2016.

Als „versorgt“ gelten nicht nur Personen, die eine Berufsausbildung begonnen haben, sondern auch Personen, die an einer Maßnahme teilnehmen, weiter zur Schule gehen oder für sich andere Alternativen gefunden haben und dies der Berufsberatung mitgeteilt haben. Von den 392 unversorgten Bewerbern im gesamten Agenturbezirk hatten 117 einen Hauptschulabschluss, 140 einen Realschulabschluss, 49 die Fachhochschulreife und 56 die Allgemeine Hochschulreife. 40% aller Berufs-Erstwünsche der Ausbildungsplatzbewerber/innen 2016/17 konzentrierten sich auf nur zehn Berufe. Einen Migrationshintergrund hatten 1.127 Ausbildungsplatzbewerber bzw. -bewerberinnen (18,9%).

Die Agentur weist darauf hin, dass ihre Statistik den Ausbildungsmarkt nicht voll widerspiegelt, da ihr nicht alle Ausbildungsplätze gemeldet werden. Man geht hier von 75% aus und auch, dass sich etwa 70% der Ausbildungsplatzsuchenden bei der Agentur registrieren lassen. Weiterhin kommt hinzu, dass sich viele Jugendliche aus dem niedersächsischen umland um einen Ausbildungsplatz im Land Bremen bemühen. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 100 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 02.11.2017).

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Perspektiven für 2017

Der vorsitzende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Dr. Götz von Einem erwartet für 2017 höchstens einen leichten Beschäftigungsanstieg. Für 2017 geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,3% aus, was sich nicht zwangsläufig in einem Beschäftigungszuwachs niederschlagen müsse. Realistisch seien ca. 51.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im vergangenen Jahr wurden zur Jahresmitte genau 51.541 sozialversicheurngspflichtig Beschäftigte in Bremerhaven gezählt. Auffallend ist aber die hohe Anzahl von Arbeitskräften, die in Bremerhaven arbeiten, aber im Umland wohnen. Nach Angaben der Arbeitsagentur liegt die Einpendlerquote bei 46,9 % (bei 2,1% im Durchschnitt Westdeutschlands). Herausragende Aufgaben im Jahr 2017 seien die Qualifizierung von Arbeitsuchenden und die verstärkte Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Bei letzterer Aufgabe warnt der Geschäftsführer aber vor übertriebenen Erwartungen. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag 2016 die Integrationsquote nach Angaben des Geschäftsführers des Jobcenters Bremerhaven bei knapp 20%. Die für Fördermaßnahmen zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel seien zu 90% ausgeschöpft worden. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 19.01.2017).

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Letztes Update: 01.12.2017

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