Juli 2017:

Leichter Anstieg der Quote saisonbedingt

Arbeitslosenzahlen Bremerhaven

Im niedersächsischen Umland deutlich niedrigere Zahlen

Näheres:

Verteilung Arbeitslose SGB II/SGB III

Durchschnittswerte 2013 bis 2016

Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Perspektiven für 2017

Sie finden auf dieser Seite Informationen zu den aktuellen Arbeitslosenzahlen in Bremerhaven, einer Stadt mit einer der höchsten Arbeitslosenquoten in Deutschland.


Quote
Bremer-
haven
in absoluten Zahlen Quote
Land Bremen
Quote Bund
Juli 2017
13,1%
7.706
10,3%
5,6%
Juni 2017 13,0% 7.631 10,2% 5,5%
Juli
2016
14,6% 8.529 10,7% 6,0%

Im Bezirk der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, zu dem neben dem Zwei-Städte-Bundesland Bremen auch der niedersächsische Landkreis Osterholz gehört, ist die Arbeitslosigkeit im Juli 2017 im Vergleich zum Vormonat gestiegen, liegt aber unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vormonatsvergleich waren 684 Personen mehr arbeitslos, vor zwölf Monaten waren es aber 1.035 mehr. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen beläuft sich auf 38.481. Die Arbeitslosenquote des gesamten Agenturbezirks lag mit 9,4% um 0,2 Prozentpunkten über dem Ergebnis des Junis 2017, vor einem Jahr waren es 9,7%.

Der geringfügige Anstieg der Arbeitslosigkeit im Ferienmonat Juli ist saisonbedingt, so die Arbeitsagentur bei der Vorlage der neuesten Zahlen. Die Beendigung von betrieblichen und schulischen Ausbildungen macht sich bemerkbar und erklärt den Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Gruppe der unter 25-jährigen. Außerdem schlägt sich der Ferienmonat auf die Nachfrage nach Arbeitskräften nieder. Mehr Stellenangebote kamen aus dem Baugewerbe und der Logistik, während die Bereiche Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit), verarbeitendes Gewerbe und Gastgewerbe weniger Stellen melden.

Bei der Unterscheidung nach Rechtskreisen ist darauf hinzuweisen, dass ab Januar 2017 für sogenannte Aufstocker, also Personen, die ergänzend zum Arbeitslosengeld I nach dem SGB III Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erhalten, die Agenturen für Arbeit zuständig sind und diese Personen als SGB III-Arbeitslose geführt werden. Im Bereich der oftmals arbeitsmarktnäheren Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) waren in Bremerhaven 129 Personen mehr arbeitslos als im Vormonat und 321 mehr als im Vorjahr. Die Anzahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II, „Hartz IV“) ist im Vormonatsvergleich um 54 gesunken, im Vergleich zum Juli 2016 waren es 1.144 weniger. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 01.08.2017).

Günstiger als in Bremerhaven ist die Arbeitsmarktsituation im benachbarten Landkreis Cuxhaven. Dort belief sich im Juli 2017 die Arbeitslosenquote auf 5,5% (5.587 arbeitslose Personen). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarkt in Zahlen, Arbeitslosigkeit auf Stadt- und Landkreisebene, Juli 2017).

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Von Jahresanfang 2014 bis einschließlich April 2014 sowie im Oktober 2014 lag die Arbeitslosenquote in Bremerhaven unter dem Vorjahreswert bzw. war gleich hoch. Von Mai 2014 bis September 2014 und im November 2014 war sie höher als zwölf Monate zuvor. Von Dezember 2014 bis Juni 2015 ist sie wieder niedriger als zwölf Monate zuvor bzw. gleich hoch, von Juli 2015 bis April 2016 ist sie entgegen dem Bundestrend höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Seit Mai 2016 ist die Quote nun auch in Bremerhaven niedriger als im Vorjahresmonat.

Bemerkenswert ist auch die ungleiche Verteilung der Arbeitslosen zwischen den Systemen nach dem Dritten und dem Zweiten Sozialgesetzbuch. Der Rechtskreis SGB III (Drittes Sozialgesetzbuch) betrifft Arbeitslose, die aufgrund eigener, in der Regel mindestens zwölfmonatiger Beitragszeiten einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, dessen Höhe sich nach dem letzten Einkommen richtet bzw. die keinen Anspruch auf finanzielle Leistungen für den Lebensunterhalt bei Arbeitslosigkeit haben. Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II, Grundsicherung für Arbeitsuchende, „Hartz IV“) richtet sich an Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I erschöpft ist (Langzeitarbeitslose) oder darauf keinen Anspruch wegen fehlender Beitragszeiten haben und Arbeitslosengeld II (AlgII) beziehen.

Verteilung Arbeitslose nach
Rechtskreisen SGB II/SGB III
Juli 2017
SGB III SGB II
Stadt Bremerhaven  1.494 6.212
Anteil der SGB II-Arbeitslosen an Gesamtzahl der Arbeitslosen in Bremerhaven 80,61%
(Quelle: Pressemitteilung der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven vom 01.08.2017).

Im Bundesdurchschnitt lag der Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung nach dem SGB II bei etwa 67% (2,518 Millionen Arbeitslose insgesamt, hiervon 1,675 Millionen Arbeitslose im System des SGB II). (Quelle: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland - Monatsbericht Juli, Nürnberg 2017, S. 15).

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Jahresdurchschnitt 2016

Im Januar des Jahres 2017 präsentierte die Arbeitsagentur die Ergebnisse zur Arbeitsmarktjahresbilanz für das vergangene Jahr. Demnach belief sich 2016 die durchschnittliche Arbeitslosenquote in Bremerhaven auf 14,6% und lag damit um 0,5 Prozentpunkte niedriger als 2015 (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 19.01.2017). Im Jahresdurchschnitt 2014 betrug die Arbeitslosenquote in Bremerhaven 14,7%, im Jahr 2013 waren es 14,6% (Quelle: Pressemitteilung 2/2015 vom 07.01.2015 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven). Auf Bundesebene konnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosenquote von 2015 zu 2016 um 0,3 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent gesenkt werden (Quelle: Pressemitteilung 2/2017 vom 03.01.2017 der Bundesagentur für Arbeit).

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Lage auf dem Ausbildungsmarkt

Nach Ablauf des Geschäftsjahres der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ende September 2016 betonen Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft Bremerhaven-Wesermünde und die Handelskammer Bremen-Bremerhaven, dass die duale Berufsausbildung für viele Unternehmen in der Stadt an der Wesermündung eine wichtige Rolle spielt.

Vom 1. Oktober 2015 bis zum 30. September 2016 wurden der Arbeitsagentur 1.193 Ausbildungsplätze im Stadtgebiet Bremerhaven gemeldet, zehn mehr als im Vorjahr. Hiervon waren Ende September 2016 noch 28 unbesetzt, 60 weniger als im Vorjahr. Für eine Ausbildung interessierten sich 1.374 Bewerber, das waren 136 junge Frauen und Männer  mehr als in der vorherigen Saison. Für einen Ausbildungsplatz in Bremerhaven bewerben sich auch Ausbildungsplatzsuchende aus dem benachbarten Landkreis Cuxhaven. Erfahrungsgemäß ist die Zahl junger Leute aus dem Landkreis Cuxhaven, die eine Ausbildung in Bremerhaven absolvieren, größer als die Zahl der Bremerhavenerinnen und Bremerhavener, die einen Ausbildungsplatz im benachbarten Landkreis gefunden haben.

Ende Oktober 2016 waren bei der Kreishandwerkerschaft 247 Ausbildungsverhältnisse in Bremerhaven (Vorjahr: 230) und 193 im Altkreis Wesermünde (Vorjahr 146) eingetragen. Die Handelskammer verzeichnete 83 Verträge weniger als im Vorjahr.

Zum Ende des Geschäftsjahres gab es in Bremerhaven noch 33 unversorgte Ausbildungsplatzbewerber. Ziel von Arbeitsagentur, Kreishandwerkerschaft und Handelskammer ist es, dass kein Jugendlicher ohne qualifizierte Berufsausbildung bleiben soll und dass das Stellenangebot der Unternehmen möglichst frühzeitig ausgeschöpft wird. Die Potentiale auch schwächerer Jugendlicher sollen entwickelt und den Betrieben zugänglich gemacht werden. (Quelle: Pressemitteilung Nr. 112/16 vom 02.11.2016 der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven).

Perspektiven für 2017

Der vorsitzende Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Dr. Götz von Einem erwartet für 2017 höchstens einen leichten Beschäftigungsanstieg. Für 2017 geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,3% aus, was sich nicht zwangsläufig in einem Beschäftigungszuwachs niederschlagen müsse. Realistisch seien ca. 51.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Im vergangenen Jahr wurden zur Jahresmitte genau 51.541 sozialversicheurngspflichtig Beschäftigte in Bremerhaven gezählt. Auffallend ist aber die hohe Anzahl von Arbeitskräften, die in Bremerhaven arbeiten, aber im Umland wohnen. Nach Angaben der Arbeitsagentur liegt die Einpendlerquote bei 46,9 % (bei 2,1% im Durchschnitt Westdeutschlands). Herausragende Aufgaben im Jahr 2017 seien die Qualifizierung von Arbeitsuchenden und die verstärkte Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Bei letzterer Aufgabe warnt der Geschäftsführer aber vor übertriebenen Erwartungen. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag 2016 die Integrationsquote nach Angaben des Geschäftsführers des Jobcenters Bremerhaven bei knapp 20%. Die für Fördermaßnahmen zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel seien zu 90% ausgeschöpft worden. (Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven vom 19.01.2017).

Letztes Update: 03.08.2017

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