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Für neugeborene Jungen 78 Jahre und vier Monate, für Mädchen 83 Jahre und zwei Monate

Lebenserwartung in Deutschland

Näheres:

Übersicht: Lebenserwartung für Neugeborene im Bundesdurchschnitt und nach Bundesländern (Periodensterbetafeln)

Lebenserwartung nach Modellrechnungen für Kohortensterbetafeln

Historische Entwicklung

Lebenserwartung mit 65 Jahren im europäischen Vergleich

Lebenserwartung mit 80 Jahren im europäischen Vergleich

Lebenserwartung weltweit

Kurzgefasst:

Lebenserwartung in Deutschland

Die Lebenserwartung in Deutschland steigt kontinuierlich. Was den einzelnen Menschen erfreut, stellt aber unsere Gesellschaft vor neue große Herausforderungen. Ein  wachsender Anteil von älteren Menschen wirft die verschiedensten Fragen auf, so nach der Finanzierung des Rentensystems, einer sinnvollen Teilhabe älterer Personen am sozialen Leben oder altersgerechtem Wohnen. Oder man denke in einer älter werdenden Gesellschaft an Veränderungen in der Struktur der Konsumenten oder der Wählerschaft.

Bei der Berechnung der Lebenserwartung verwenden die Statistiker sogenannte Sterbetafeln. Diese berücksichtigen, nach Geschlecht getrennt, die Häufigkeiten von Sterbefällen in einem fiktiven Ausgangsbestand in der Vergangenheit. Dabei unterscheidet man zwischen Periodensterbetafeln und Kohortensterbe-tafeln. Eine Periodensterbetafel basiert auf einer Querschnittsbetrachtung und berücksichtigt die Sterblichkeitsverhältnisse in einem bestimmten Zeitraum. Bei dieser Untersuchung werden keine Annahmen über die zukünftige Entwicklung der Sterblichkeitsverhältnisse, etwa durch medizinischen Fortschritt oder Verbesserung der allgemeinen Lebensverhältnisse, getroffen. Aussagen über die Lebenserwartung sind möglich, wobei aber die Sterblichkeitsverhältnisse des bereits vergangenen Betrachtungszeitraums zugrunde gelegt werden.

Hingegen handelt es sich bei Kohortensterbetafeln um eine Längsschnittbetrachtung, bei der alle Personen eines Geburtsjahrgangs von der Geburt bis zum Tod betrachtet werden. Bezüglich der noch nicht gestorbenen Angehörigen eines Jahrgangs sind Schätzungen notwendig. Dieses aufwändige Verfahren wird dadurch bei jüngeren Geburtsjahrgängen zunehmend unsicherer. In Deutschland begann die Untersuchung der Lebenserwartung mit der ersten allgemeinen Sterbetafel von 1871/1881.

Nach der Periodensterbetafel 2014/2016 beträgt die Lebenserwartung für in Deutschland neu geborene Jungen 78 Jahre und vier Monate und für neugeborene Mädchen 83 Jahre und zwei Monate. Im Vergleich zur vorherigen Sterbetafel 2013/2015 erhöhte sich die Lebenserwartung für neugeborene Jungen und Mädchen um jeweils zwei Monate.

Die Lebenserwartung lässt sich aber nicht nur für Neugeborene ermitteln, sondern grundsätzlich auch für jeden Geburtsjahrgang. So werden nach der neuesten Sterbetafel 2014/2016 Männer im Alter von 65 Jahren noch durchschnittlich 17 Jahre und zehn Monate älter. Bei 65 Jahren alten Frauen beläuft sich die sogenannte fernere Lebenserwartung auf 21 Jahre. Verglichen mit der vorherigen Sterbetafel 2013/2015 nahm die Lebenserwartung bei Männern um einen Monat und bei Frauen um zwei Monate zu.

In regionaler Hinsicht haben die Unterschiede bei der Lebenserwartung in den deutschen Bundesländern abgenommen. Spitzenreiter bei der Lebenserwartung bei beiden Geschlechtern ist Baden-Württemberg mit 79 Jahren und sechs Monaten bei neugeborenen Jungen und 84 Jahren bei neugeborenen Mädchen. Damit liegt das südwestliche Bundesland mit 14 Monaten bzw. zehn Monaten beim weiblichen Geschlecht über dem Bundesdurchschnitt. Sachsen-Anhalt meldet bei den Jungen mit 76 Jahren und vier Monaten den niedrigsten Wert und liegt damit zwei Jahre unter dem Bundesdurchschnitt und drei Jahre und zwei Monate unter dem Spitzenwert. Bei den Mädchen bildet das Saarland das Schlusslicht mit 82 Jahren und drei Monaten, das sind neun Monate unter dem Bundesdurchschnitt und 21 Monate unter dem Spitzenwert. (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 26.03.2018 sowie dessen Publikation „Sterbetafel 2014/2016, Methoden- und Ergebnisbericht zur laufenden Berechnung von Periodensterbetafeln für
Deutschland und die Bundesländer, 2018 S. 4)


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Übersicht: Lebenserwartung für Neugeborene bei der Geburt nach Jahren im Bundesdurchschnitt und in den Bundesländern

Lebenserwartung bei Geburt
nach Periodensterbetafeln

Jungen Mädchen
Deutschland 78,31 83,20
Baden-Württemberg 79,53 83,98
Bayern 79,07 83,65
Berlin 77,90 83,16
Brandenburg 77,61 83,15
Bremen 77,17 82,42
Hamburg 78,49 83,17
Hessen 78,98 83,38
Mecklenburg-
Vorpommern
76,71 83,11
Niedersachsen 77,98 82,85
Nordrhein-Westfalen 78,00 82,67
Rheinland-Pfalz 78,53 83,06
Saarland 77,45 82,23
Sachsen 77,76 83,79
Sachsen-Anhalt 76,32 82,62
Schleswig-Holstein 78,10 82,90
Thüringen 77,19 83,13
(Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 26.03.2018).

In Europa liegt Deutschland bei der Lebenserwartung keineswegs an einer Spitzenposition. So werden neugeborene Mädchen in Spanien durchschnittlich 2,5 Jahre älter, in Frankreich 2,3 Jahre, in Italien 1,7 Jahre. Allerdings liegt Deutschland noch etwas vor den USA mit weiteren 1,9 Jahren für Jungen und 2,0 Jahren für Mädchen (Werte für 2015, Quelle: Statistisches Bundesamt „Sterbetafel 2014/2016, Methoden- und Ergebnisbericht zur laufenden Berechnung von Periodensterbetafeln für
Deutschland und die Bundesländer", 2018 S. 22)
.

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Lebenserwartung nach Modellrechnungen für Kohortensterbetafeln

Nach Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes für Kohortensterbetafeln der Jahrgänge 1917 bis 2017 könnten nach einer höheren Variante im Jahr 2017 geborene Jungen durchschnittlich bis zu 90 und Mädchen 93 Jahre alt werden. Nach einer niedrigeren Variante läge die durchschnittliche Lebenserwartung bei 84 bzw. 88 Jahren. Im Jahr 1917 geborene Menschen hatten hingegen nur eine Lebenserwartung von 55 beziehungsweise 62 Jahren.

Eine Kohortensterbetafel berücksichtigt die Sterbefälle und die Bevölkerungszahl eines Geburtsjahrgangs über die Zeit hinweg. Dabei ist es möglich, Aussagen über die durchschnittliche Lebenserwartung einzelner Geburtsjahrgänge unter Berücksichtigung der möglichen künftigen Sterblichkeit zu treffen. Es handelt es sich hierbei um Modellrechnungen, da bei älteren Jahrgängen Datenlücken geschlossen und Gebietsveränderungen berücksichtigt werden müssen und Schätzungen zur Sterblichkeit von Altersjahrgängen, deren Angehörige noch leben, getroffen werden. Kohordensterbetafeln unterscheiden sich von Periodensterbetafeln, die die durchschnittliche Lebenserwartung während bestimmter Kalenderjahre abbilden. Sie beruhen auf der Zahl der Gestorbenen und der Bevölkerung in diesem Zeitraum und beschreiben damit die gegenwärtigen Sterblichkeitsverhältnisse. Im Gegensatz zu Kohortensterbetafeln berücksichtigen die Periodensterbetafeln nicht die Entwicklung künftiger Sterblichkeitsverhältnisse.

Während von den 1917 Geborenen nur 54% der Männer und 65% der Frauen mindestens 65 Jahre alt wurden, könnten nach der Kohortensterbetafel von den 2017 Geborenen bis zu 95% der Jungen und bis zu 97% der Mädchen das Alter von 65 Jahren erreichen. Das Alter von 90 Jahren könnten noch rund 62% der Jungen und 73% der Mädchen erreichen. Eine Chance, 100 Jahre und älter zu werden, ermittelten die Statistiker für 16% der 2017 geborenen Jungen und 22% der Mädchen. Diese günstigen Voraussagen setzen aber voraus, dass der Trend zu einem immer längeren Leben anhält. Fortschritte in der Medizin, ein gesünderer Lebensstil und ein steigender Wohlstand der Bevölkerung begünstigen diese Entwicklung. Ereignisse mit negativen Auswirkungen auf die Lebenserwartung wie Kriege, Umwelt- oder Wirtschaftskatastro-
phen müssten ausbleiben.

Die strengere Trendvariante 1 ist eine Kombination aus dem langfristigen Sterblichkeitstrend seit 1871 und dem kurzfristigen Sterblichkeitstrend seit 1971 bis zum Jahr 2060 und berücksichtigt danach keine Veränderung. Die großzügigere zweite Trendvariante berücksichtigt den kurzfristigen Sterblichkeitstrend seit 1971 über den gesamten Vorausschätzungszeit-
raum hinweg. (Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 23.06.2017).

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Historische Entwicklung

Als die erste deutsche Periodensterbetafel für den Zeitraum 1871/1882 abgeschlossen wurde, ermittelten die Statistiker eine Lebenserwartung bei Geburt für Jungen von nur 35,6 Jahren und für Frauen von nur 38,5 Jahren. Die Lebenserwartung erhöhte sich aber schnell bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Bis 1949/1951 lag die Steigerung bei Frauen bei 30 Jahren, bei den Männern war es ein Jahr weniger. Vom genannten Zeitraum bis 2014/2016 stiegen die Werte für Frauen noch einmal um 14,7 Jahre und für Männer um 13,7 Jahre. Einen bedeutenden Einfluss auf die beachtliche Steigerung bis zu den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts dürfte die Verringerung der Säuglingssterblichkeit haben. Während 1871/1881 etwa ein Viertel der Neugeborenen noch im ersten Lebensjahr verstarben, waren es 1949/1951 bis zu 6% und 1970/1972 weniger als 2,8%. Heute liegt die Säuglingssterblichkeit bei neugeborenen Jungen bei 0,35% und bei Mädchen bei 0,3%.

Andere Gründe für die Steigerung sind Fortschritte in der medizinischen Versorgung, Hygiene, Ernährung, Wohnsituation sowie verbesserte Arbeitsbedingungen und ein gesteigerter materieller Wohlstand.

Seit der ersten Sterbetafel für das wiedervereinigte Deutschland und der Sterbetafel 2014/2016 stieg die Lebenserwartung in allen Altersstufen. Für neugeborene Jungen sind es 5,8 Jahre mehr, für Mädchen 4,2 Jahre. (Quelle: Statistisches Bundesamt „Sterbetafel 2014/2016, Methoden- und Ergebnisbericht zur laufenden Berechnung von Periodensterbetafeln für Deutschland und die Bundesländer", 2018 S. 14-24).

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Lebenserwartung mit 65 Jahren im europäischen Vergleich

Für die gesamte Europäische Union ermittelte die Statistikbehörde Eurostat für das Jahr 2013 eine fernere Lebenserwartung für die 65-Jährigen von 21,3 Jahren bei Frauen und von 17,9 Jahren bei Männern. Die Werte bei den Frauen sind in Bulgarien mit weniger als 18 Jahren am niedrigsten und mit mehr als 23 Jahren in Frankreich und Spanien am höchsten. Bei den Männern reichte die weitere Lebenserwartung von weniger als 14 Jahren in Lettland bis zu mehr als 19 Jahren in Frankreich, Spanien und Luxemburg. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der weiteren Lebenserwartung der 65-Jährigen gab es in den baltischen Ländern (Estland und Litauen mit jeweils 5,1 Jahren und Lettland mit 4,7 Jahren). Die geringsten Unterschiede gab es im Vereinigten Königreich (2,3 Jahre), in Schweden (2,5 Jahre) sowie in Dänemark und Irland (jeweils 2,7 Jahre).

Land
Frauen
Männer
Belgien
21,4 17,8
Bulgarien 17,9
14,2
Dänemark
20,4
17,7
Deutschland 21,1 18,2
Estland
20,3
15,2
Finnland
21,8
18,0
Frankreich
23,6
19,3
Griechenland 21,6
18,7
Großbritannien und Nordirland
20,9
18,6
Irland
20,8
18,1
Italien
22,6
18,9
Kroatien 19,1 15,3
Lettland
18,6
13,9
Litauen
19,2 14,1
Luxemburg
21,9 19,1
Malta
21,4
18,4
Niederlande
21,2
18,2
Österreich 21,5 18,2
Polen
19,9
15,5
Portugal
21,6
17,8
Rumänien
18,1 14,7
Schweden 21,3 18,8
Slowakei
18,8 14,7
Slowenien
21,4
17,2
Spanien
23,4
19,2
Tschechien 19,3 15,7
Ungarn 18,4 14,5
Zypern
21,6
18,6
gesamte Europäische Union (28 Länder)
21,3
17,9
(Quelle: Pressemitteilung von Eurostat Nr. 166/2015 vom 29.09.2015).

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Lebenserwartung mit 80 Jahren im europäischen Vergleich

Das Statistikamt der Europäischen Union Eurostat ermittelte auch die durchschnittliche weitere Lebenserwartung von 80 Jahre alten Menschen. Diese lag im Jahr 2014 in der EU ohne Unterscheidung nach Geschlecht bei 9,5 Jahren, bei Frauen bei 10,2 Jahren und bei Männern bei 8,5 Jahren. Im Vergleich zu 2004 nahm die Lebenserwartung der 80-Jährigen in der EU um 1,1 Jahre zu. 80 Jahre alte Frauen haben in allen Mitgliedsländern der EU eine höhere Lebenserwartung als Männer. In den meisten Ländern stieg die Lebenserwartung der Frauen schneller als die der Männer. Die größten Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei der Lebenserwartung der 80 Jahre alten Menschen haben Luxemburg (2,7 Jahre), Frankreich (2,5 Jahre), Estland (2,2 Jahre), Italien (2,1 Jahre), Spanien und Portugal (jeweils 2,0 Jahre).

In Frankreich haben 80 Jahre alte Frauen mit 12,0 Jahren die höchste Lebenserwartung, gefolgt von Spanien und Luxemburg mit 11,2 Jahren und Belgien mit 10,4 Jahren. Für Deutschland werden 9,8 Jahre gemeldet. Die niedrigsten Werte erreichen Bulgarien mit 7,3 Jahren, Rumänien mit 7,9 Jahren, Kroatien mit 8,1 Jahren sowie Ungarn und die Slowakei mit je 8,4 Jahren.

Auch bei der weiteren Lebenserwartung von 80 Jahre alten Männern liegt Frankreich mit 9,5 Jahren in 2014 vorne. Für Spanien werden 9,2 Jahre gemeldet, für Griechenland 9,1 Jahre. In Deutschland liegt sie bei 8,4 Jahren. Bulgarien bildet das Schlusslicht mit 6,4 Jahren, Kroatien und Ungarn erreichen je 6,9 Jahre, Lettland, Rumänien und die Slowakei je 7,0 Jahre und Litauen 7,1 Jahre.

Weiteres zu der Gruppe der Menschen ab 80 Jahren in der EU:
(Quelle: Pressemitteilung von Eurostat Nr. 185/2016 vom 29.09.2016).

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Lebenserwartung weltweit

Auf globaler Ebene wurden zwischen 2000 und 2015 bedeutende Fortschritte bei der Lebenserwartung erreicht, aber große Unterschiede bestehen nach wie vor innerhalb einzelner Länder und zwischen verschiedenen Ländern. Im genannten Zeitraum erhöhte sich die weltweite Lebenserwartung um fünf Jahre. Damit werden Rückgänge in der Lebenserwartung in den neunziger Jahren ausgeglichen, die durch AIDS-Epidemien in Afrika und durch den Zusammenbruch der Sowjetunion entstanden. In Afrika war auch die Steigerung am ausgeprägtesten, die Lebenserwartung kletterte hier um 9,4 Jahre auf 60 Jahre. Die Verbesserung beruht vor allem auf einer Reduzierung der Kindersterblichkeit, Fortschritten in der Malariabehandlung und einem verbesserten Zugang zu antiretroviralen Therapien für die Behandlung von AIDS.

Die Lebenserwartung für neugeborene Kinder belief sich 2015 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auf 71,4 Jahre, genauer gesagt 73,8 Jahre für Mädchen und 69,1 Jahre für Jungen. In 29 Ländern haben Neugeborene eine durchschnittliche Lebenserwartung von 80 oder mehr Jahren, während Neugeborene in 22 Ländern, die alle südlich der Sahara liegen, eine Lebenserwartung von nur weniger als 60 Jahren haben. Bei den Frauen ist Japan mit 86,8 Jahren das Land mit der höchsten Lebenserwartung, bei den Männern ist es die Schweiz mit 81,3 Jahren. Die niedrigste Lebenserwartung für beide Geschlechter hat das afrikanische Sierra Leone mit 50,8 Jahren für Frauen und 49,3 Jahren für Männer.

Einige wichtige jährliche Phänomene mit Einfluss auf die Lebenserwartung weltweit:

(Quelle: Pressemitteilung der Weltgesundheitsorganisation WHO vom 18.05.2016).


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Letztes Update: 14.06.2018

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